17.12.2009
Palermo: die schickste Stadt im Süden Italiens
Eine erfolgreiche Mischung aus Geschichte, Kultur, Tradition und Innovation hat neues Leben in Siziliens Hauptstadt gebracht

Palermo zeigt sich endlich von seiner besten Seite als Stadt, die Lebenskunst, Unterhaltung, Sport und Spaß mit Kultur und Geschichte verbindet. Viele Jahre war sie wegen ihrer Mafiakriege berüchtigt, doch heute ist sie die schickste Stadt im Süden Italiens. Durch jahrelange Umbauten hat sie erfolgreich ihr Erscheinungsbild verändert, ohne ihren ursprünglichen Geist zu verlieren.

Die Straßen der Stadt bieten unerwartete Ausblicke auf arabische und normannische Architektur, weisen aber auch Elemente des Barock auf. Mit nach oben gerichtetem Blick bewundern Touristen die endlose Reihe majestätischer Baudenkmäler und Kirchen, wie die Kathedrale mit ihrem reich verzierten Hauptportal und der barocken Kuppel. Im Innenraum findet sich eine Reliquiensammlung der Schutzheiligen Santa Rosalia, die einer Legende zufolge die Stadt vor der Pest bewahrte. Ein weiteres Schmuckstück ist die Fassade der Kirche San Giuseppe dei Teatini. Am Quattro Canti, dem achteckigen Stadtplatz stoßen die beiden Hauptstraßen der Stadt aufeinander. Seine Treppen, Statuen und Brunnen erinnern an Antike. Hier treffen vier gerade Straßen mit Portalen, Balkonen, Friesen und Eingängen von Adelspalästen aus einem goldenen Zeitalter zusammen: dem 18. Jahrhundert des Vizekönigs Caracciolo.

Der Capo-Markt, auf dem die Atmosphäre alter, sarazenischer Basare noch spürbar ist, hat seine Ursprünglichkeit bewahrt. Düfte und Aromen erfüllen die Luft und die Rufe der Händler versetzen den Besucher in einen arabischen suk. Die bunten Waren machen den Markt zu einem der attraktivsten Plätze der Stadt. In den unendlichen Reihen von Ständen finden sich vielfältige Waren, wie Nüsse, Zitrusfrüchte, Gemüse, Gewürze, Eingelegtes, fangfrischer Fisch und Fleisch. Doch der berühmteste lokale Markt ist der Vucciria. Er war einst riesig und wurde von Besuchern im 18. Jahrhundert als eines der Wunder Italiens bezeichnet. Der Maler Renato Guttuso hat ihn in einem berühmten Kunstwerk verewigt. Heute ist der Vucciria wesentlich kleiner und eher eine Touristenattraktion als Ort für den täglichen Einkauf.

Die Baudenkmäler der Stadt erstrahlen heute wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Ein Beispiel ist der Pretoria-Brunnen auf der Piazza del Municipio aus dem 16. Jahrhundert. Dutzende nackte Götterstatuen (der junge Bacchus schüttet von oben Wasser herab) zieren ihn, deshalb nennen ihn die Bewohner Palermos Piazza della Vergogna, "Platz der Schande". Das archäologische Museum Salinas an der Piazza Olivella 24, das wertvolle Kunstgegenstände aus der Mittelmeerregion beherbergt, ist ebenfalls einen Besuch wert. Ein Muss ist schließlich das astronomische Observatorium im Palazzo Reale (Piazza Parlamento, 1), von dessen Terrasse aus sich ein wunderbarer Panoramablick bietet. In zwei Kuppeln kann man das Himmelszelt bestaunen und in dem faszinierenden Museum reihen sich Teleskope sowie Porträts und Werdegänge von Wissenschaftlern aneinander, die den Geheimnissen des Universums auf den Grund gehen wollten. Das Wetter macht den Zauber komplett: Es ist selten kühl und bereits Anfang April kann man ein Bad im Meer wagen (der Mondello-Strand liegt nur einige Kilometer entfernt).

Und das Essen in Palermo? Palermo und Sizilien überhaupt sind ein Paradies für Naschkatzen - von mit Ricotta gefüllten cannoli bis zu cassata und Marzipan oder echte arancini aus Reis und Fleischragout. Köstlich ist auch "focaccia maritata", ein arabisches Gericht aus Brot, Milz, Lunge, Schmalz, frischem Ricotta und cacio cavallo-Käse.


Info
Azienda Autonoma Provinciale per l'incremento turistico di Palermo
www.palermotourism.com

von Isa Grassano

Alle Fotos von Azienda Autonoma Provinciale per l'incremento turistico di Palermo
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